Rolf G. Schmid: "An der Herausforderung wachsen"

Rolf G. Schmid, ist als Manager erfolgreich und liebt Bergsteigen. Mit TailorArt führte der CEO von Mammut, des Aufsteigers der Textil- und Outdoor Industrie der letzten Jahre, ein Interview.

TailorArt: Welches waren für Sie die wichtigsten Stationen in Ihrer Karriere?

Rolf G. Schmid: -Meine Kindheit war geprägt von vielen Wohnortswechseln. Schon früh habe ich gelernt, mich in neuen Sprachräumen und Mentalitäten zurecht zu finden.
-Das Studium an der HSG hat mich mit dem nötigen Rüstzeug versehen, um in der Privatwirtschaft zu bestehen.
-Nach dem Studium konnte ich in verschiedenen Branchen sehr früh Verantwortung übernehmen.
-Der Antritt als CEO von Mammut war der Beginn der bisher wichtigsten Station in meiner Karriere.
-2011 hatte ich die Möglichkeit, mir eine dreimonatige Auszeit, ein Sabbatical, zu nehmen. So konnte ich den Kopf frei bekommen und neue Energie tanken. Außerdem war es eine gute Erfahrung zu sehen, dass Mammut eine Zeit lang ohne meine Anwesenheit funktioniert.
-Während meines Sabbaticals bestieg ich mehrere Berge über 5000 m in Südamerika. Dabei wuchs die Idee, die höchsten Berge der für Mammut wichtigen Märkte zu besteigen. Dieses Projekt begleitet mich seither und ist kurz vor dem Abschluss.

TailorArt: Worauf sind Sie in Ihrem modischen Schaffen oder im Aufbau der Marke am meisten stolz?

Rolf G. Schmid: Auf den großen Erfolg von Mammut in den letzten 15 Jahren. Wir konnten unseren Umsatz mehr als verzehnfachen und global tätig werden. Das ist uns vor allem durch hohe Produktqualität und zielgerichtetes Marketing gelungen.

TailorArt: Sie sind jetzt Geschäftsleiter bei Mammut Sports Group AG; Was ist Ihr Hauptfokus in den nächsten drei Jahren?

Rolf G. Schmid: Mammut soll auch in Zukunft fest zu den Big 5 der internationalen Bergsport-Branche gehören und die globale Präsenz weiter ausbauen.

TailorArt: Wie ordnen Sie Erfolge von Unternehmen wie Zalando ein und welche Relevanz bemessen Sie dem Internet bei?

Rolf G. Schmid: Das Web ist einer von vielen Vertriebskanälen, der auch die gleiche Aufmerksamkeit verdient. Wichtig ist für Mammut, dass Handelspartner, die unsere Produkte online anbieten, die gleiche Qualität bezüglich Beratung und Präsentation gewährleisten, wie ein stationärer Fachhändler. Aus diesem Grund sucht man unsere Produkte auch vergeblich auf Auktionsplattformen und dergleichen.

TailorArt: Die individuelle Gestaltung von Gebrauchsgütern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ist diese 'Mass Customisation' in Ihren Augen ein kurzfristiger Trend und Nebenschauplatz oder eine langfristige Stoßrichtung in der Modewelt?

Rolf G. Schmid: Dies ist und bleibt ein Nischentrend, d.h. auf das Gesamte gesehen ein Nebenschauplatz. Nichts desto trotz ist es aber eine Möglichkeit um sich als hochpreisige Marke zu positionieren.

TailorArt: Wie viele Anzüge sollten Ihrer Meinung nach im Kleiderschrank eines jeden Mannes hängen?

Rolf G. Schmid: Das kommt ganz darauf an, wo die Person arbeitet. Der durchschnittliche Banker hat vermutlich für jeden Tag einen Anzug zuhause. Der durchschnittliche Mammut-Angestellte hat wohl eher nur einen Anzug für spezielle Anlässe. Denn die Sportausrüstung nimmt den restlichen Platz im Schrank in Anspruch.

TailorArt: Was sind Ihre wichtigsten drei Tipps an junge talentierte Menschen, die ihre Karriere noch vor sich haben?

Rolf G. Schmid: -Kompetenzen hat man nicht, man schafft sie sich
-Früh Verantwortung übernehmen und an der Herausforderung wachsen
-Hohe Ansprüche an andere und sich selbst stellen

Mammut: Eine Erfolgsgeschichte seit 1862

Die Mammut Sports Group AG ist eines der bedeutendsten und erfolgreichsten Unternehmen für Alpin-, Kletter und Outdoorausrüstung. Die Produkte setzen punkto Qualität und Innovation Maßstäbe und kreieren immer neue Trends. Die Bergsportmarke Mammut steht für höchste Sicherheit und ist heute annähernd ein Komplettanbieter in der Outdoorwelt.

2012 feierte Mammut das 150-jährige Bestehen.Das Sortiment geht von der Unterwäsche über die Isolationsschicht zur Wetterschutzjacke, vom Zustiegsschuh zum steigeisenfesten Bergstiefel, vom Schlafsack und Rucksack, über Kletterseile, Karabiner, Klettergurte zu Stirnlampen und Lawinenausrüstung. Wer hätte da gedacht, dass der Grundstein der heute international tätigen Unternehmung vor 151 Jahren von einem jungen Schweizer Seilmacher gelegt wurde?

Die Wurzeln der heute weltweit bekannten und erfolgreichen Mammut Sports Group AG liegen in einem kleinen Familienbetrieb, der im Jahre 1862 vom jungen, gelernten Seilmacher Kaspar Tanner gegründet wurde. Die damals primäre Seilproduktion für die Landwirtschaft war während langer Zeit starken saisonalen Schwankungen unterworfen, doch nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich die Produktion: Die ersten Seile aus synthetischen Fasern für den Alpinismus, Schoten für den Segelsport sowie Seile und Netze für andere Sportarten wurden hergestellt, das Unternehmen florierte und bis in die 40-er Jahre hatte sich die Firma zu einem erfolgreichen Unternehmen mit 53 Mitarbeitern entwickelt.

1962 feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Im Vergleich zu 1936 war der Umsatz 30 Mal größer und aus der handwerklichen Seilerei war ein innovatives Produktionsunternehmen geworden. In den 70-er Jahren verstärkte Mammut die Entwicklung von Produkten für das Freizeitsegment erneut und entwickelte bald nicht nur Seile, sondern auch Schlafsäcke, Bekleidung und Zelte für den Sportbereich, darunter verschiedene Bergsportprodukte, die den Markt revolutionieren sollten: 1978 präsentierte Mammut dann die Jacken und Hosen Altitude aus dem damals noch absolut neuartigen Gore-Tex Material.

Im Jahr 2003 erfolgte die Umbenennung in Mammut Sports Group AG, zu der die Marken Mammut, Ajungilak (seit 2001), Toko (1993 - 2010) und Raichle (seit 2003) gehörten. 2007 kam der Stirnlampenhersteller Lucido hinzu. Alle Produkte wurden fortan unter der Marke Mammut geführt, die alten Herstellernamen finden sich jedoch noch heute als Technologiebezeichnung auf den Produkten. Das jüngste Mitglied in der Mammut Familie stellt Snowpulse dar. Der Schweizer Produzent von Lawinenairbags stieß 2011 zur Mammut Sports Group.

Neben den Produkten mach Mammut aber auch durch sein innovatives Marketing beispielsweise mit der Safety Kampagne um Rentnerin Mary Woodbridge oder die Mammut 2.0 Kampagne mit dem 150 Peaks Project auf sich aufmerksam. Die Zusammenarbeit mit zahlreichen Weltklasseathleten wie David Lama, Anna Stöhr oder Stephan Siegrist unterstreicht zusätzlich den qualitativen und absolut alpinen Anspruch von Mammut.

Aus einem kleinen, handwerklichen Familienbetrieb entwickelte sich ein modernes und innovatives Unternehmen, das zu den größten Mitspielern der Branche zählt. Heute erwirtschaftet die Mammut Sports Group 70% des Umsatzes im Ausland und erzielt einen Gesamtumsatz, der sich in den letzten dreizehn Jahren von 25 Millionen Franken auf knapp 232.5 Millionen Franken erhöht hat.

Rolf G. Schmid, CEO der Mammut Sports Group AG ist von einem zusätzlichen Wachstumspotenzial der Branche, vor allem in Europa, in den USA und in Asien überzeugt. Mit rum 574 Mitarbeitern, Tochterfirmen in Deutschland, Norwegen, Japan, Korea, UK und USA, einem weltweiten Vertriebsnetz sowie einer Infrastruktur, in welche in den letzten Jahren viel investiert wurde, ist die Mammut Sports Group AG gut vorbereitet, an diesem Wachstum teilzuhaben.


Rolf Schmid von der Firma Mammut
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