Welches waren für Sie die wichtigsten Stationen in Ihrer Karriere?

Stephan U. Hirt: Zu Beginn die Erfahrung beim größten Detailhändler der Schweiz als junger Einkäufer und Product Manager u.a. für Sporttextilien, später der Wechsel in die Internationalität zu einem aufstrebenden Unternehmen in der Medizinaltechnik und dann einige Jahre als Business Unit Manager bei der Messe Schweiz mit der Verantwortung für 10 Publikumsmessen an verschiedenen Standorten. Vor dem Wechsel zur Firma Schwob war ich wiederum einige Jahre als Geschäftsführer in einem ebenfalls produzierenden, traditionellen Schweizer Unternehmen tätig.

Worauf sind Sie in Ihrem modischen Schaffen oder im Aufbau der Marke am meisten stolz?

Stephan U. Hirt: Stolz sind wir erst, wenn wir die Bedürfnisse eines Kunden verstanden und erfolgreich resp. individuell umgesetzt haben. Dies gelingt uns bei sehr anspruchsvollen nationalen und internationalen Kundenaufträgen in der gehobenen Hotellerie. In der Spitzenhotellerie sind die modischen Ausschläge weniger extrem und viele Textilien bewegen sich auf einer klassischen Designsprache – teilweise opulent aber trotzdem in den Farben recht dezent. Die Marke Schwob konnte sich in den letzten 142 Jahren seit der Gründung einen Namen machen, welcher für hochwertige Qualität, echte Innovation und einen hohen Servicegrad steht.

Sie sind jetzt CEO bei Schwob AG; Was ist Ihr Hauptfokus in den nächsten drei Jahren?

Stephan U. Hirt: Der Fokus liegt in der Rolle als kompetenter Lösungsanbieter im Bereich der Textilien und der Textilpflege für die Hotellerie, Gastronomie und Kliniken/Residenzen in der ganzen Schweiz. Nebst der Marktführerschaft im Heimmarkt, streben wir auch im Ausland eine weitere Festigung der Marktposition an. Wir verfügen über viele Referenzen in der Top-Hotellerie auf der ganzen Welt und auf diesem Fundament lässt sich in den nächsten Jahren das Volumen weiter steigern. Die Produktion in Burgdorf und somit das Label Swiss Made hat eine große Ausstrahlung. Wir wollen dieses Qualitätsmerkmal und die hohe Flexibilität mit kurzen Lieferfristen unbedingt weiter ausbauen.

Wie ordnen Sie Erfolge von Unternehmen wie Zalando ein und welche Relevanz bemessen Sie dem Internet bei?

Stephan U. Hirt: Ob der nachhaltige Erfolg von Zalando tatsächlich eintrifft muss das Unternehmen zuerst noch unter Beweis stellen. Eine Rücksendequote von deutlich über 50% stellt auch die grundsätzliche Geschäftsidee in Frage. Der Kunde entscheidet offensichtlich erst mit dem Produkt in der Hand – was für Textilien nach wie vor entscheidend ist. Somit werden die Kunden immer vor dem definitiven Kauf von einem Textilartikel den „Look and Feel“ beurteilen wollen – dies und die individuelle Beurteilung der Haptik und Passform wird das Internet nie abnehmen können.

Die individuelle Gestaltung von Gebrauchsgütern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ist diese 'Mass Customisation' in Ihren Augen ein kurzfristiger Trend und Nebenschauplatz oder eine langfristige Stoßrichtung in der Modewelt?

Stephan U. Hirt: Der Drang nach Individualität hält bei den Konsumenten an – dies aber nur auf Basis von einem kommerziellen Rahmen. Richtige Individualisten und somit Trendsetter sind/werden immer rar bleiben. Somit bleibt das Phänomen der Massmärkte bestehen, auch wenn jeder Konsument darin als Individuum angesprochen werden will.

Wie viele Anzüge sollten Ihrer Meinung nach im Kleiderschrank eines jeden Mannes hängen?

Stephan U. Hirt: Je nach beruflichem Betätigungsfeld sind das schnell mal 10 – 15 Anzüge – bei mir ist dies auf jeden Fall so und die Mode hält den laufenden Austausch der Anzüge im Gange….

Was sind Ihre wichtigsten drei Tipps an junge talentierte Menschen, die ihre Karriere noch vor sich haben?

Stephan U. Hirt: Ziele hartnäckig und doch nicht verbissen verfolgen, auf den Bauch hören und dabei ein Gefühl für die eigenen Stärken entwickeln und diese dann richtig einsetzen und zuletzt aber ganz wichtig - über Einsatz zum Erfolg!


Stephan Hirt vom Textilunternehmen Schwob
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