Der Verkaufstag der Extraklasse
Seit einigen Jahren hat das Phänomen des Black Friday auch in der Schweiz Fuss
gefasst. Das riesige Verkaufsevent findet am vierten Freitag im November statt und
fällt dieses Jahr auf den 23. November 2018. Immer mehr Schweizer kennen den
Black Friday und seine Sonderangebote und Schnäppchen, aber nur wenige wissen
woher der Begriff des Black Friday überhaupt stammt.
Die Tradition des Black Friday stammt aus den USA und hat ihren Ursprung
gewissermassen im amerikanischen Erntedankfest, Thanksgiving, das jedes Jahr am
vierten Donnerstag im November gefeiert wird. Der darauffolgende Freitag wird
daher von sehr vielen Amerikanern als Brückentag genutzt und hat sich zum Black
Friday entwickelt, der den Beginn der Weihnachtseinkäufe markiert. Es handelt sich
beim Black Friday zwar nicht um einen offiziellen Feiertag, er ist jedoch allseits in
Amerika bekannt und wird ganz dem Shopping gewidmet.
Viele Millionen von Amerikanern nutzen diesen besonderen Freitag, um mit dem
Weihnachtsshopping zu beginnen und Schnäppchen zu machen. Es gelten häufig
andere, besondere Öffnungszeiten, um den Menschentrauben und –schlangen
Zugang zu den Sonderangeboten zu ermöglichen. Ganz besonders einfach ist das
Shopping an diesem Tag natürlich online auf Knopfdruck.
Warum aber heisst er der „schwarze Freitag“? Bekannt ist dieser Begriff bereits vom
New Yorker Börsencrash am 29. Oktober 1929 – haben etwa der Bankencrash und
das Shopping-Event miteinander zu tun?
Abgesehen von den schwarzen Menschenmassen auf den Strassen vor Banken,
bzw. Geschäften ist hier keine wirkliche Verbindung zu sehen.
Manche behaupten, dass der Black Friday seinen Namen den schwarzen Zahlen, d.
h. den gestiegenen Umsätzen schuldet. Doch auch diese Möglichkeit scheint wenig
realistisch im Vergleich zur plausibelsten Version: in Philadelphia beobachtete die
Polizei in den 1950er Jahren einen wahren Ansturm auf die Innenstadt nach dem
Fest zu Thanksgiving, auf Grund des Brückentags, den beginnenden
Weihnachtseinkäufen und eines stattfindenden Footballspiels. Die Polizei
verwendete für diesen Tag, der mit Überstunden, Verkehrschaos und viel Arbeit
verbunden war, den Begriff „Black Friday“. Dieser Ausdruck verbreitete sich über die
Jahre von Philadelphia aus über das ganze Land und nun auch über die ganze Welt.
Häufig werden am Black Friday in den Vereinigten Staaten die höchsten Umsätze
des Jahres erzielt und es herrschen daher oft chaotische Bilder in den Medien vor.
Auch in Europa ist der Black Friday in der Zwischenzeit bekannt geworden. Im
Gegensatz zu den USA, wo die meisten Schnäppchen in den Läden zu finden sind,
gibt es in Europa sehr viel mehr Rabatte online. Im Internet werden meist vier Tage
Schnäppchen vom Black Friday bis zum darauffolgenden Cyber Monday angeboten.

Aus Black Friday wird die Cyber Week?
Auch in der Schweiz ist dieser besondere Freitag ein wahrer Segen für alle
Schnäppchenjäger. Speziell Online-Shops werden hier so häufig aufgerufen, dass
sie zusammenbrechen und auch immer mehr Läden machen beim Event mit.
Das Geschäft rund um den Black Friday wächst jedes Jahr und immer mehr Händler
machen aus dem Black Friday eine ganze Shopping-Woche – die Cyber Week.
Der Schweizer Onlineshop Brack.ch sorgte trotz überdurchschnittlichen
Besucherzahlen dafür, dass die Webseite in den wichtigen ersten Stunden nach
Mitternacht nicht zusammenbrach. Es wurde zuvor das IT-System ausgebaut, um auf
das Event ausreichend vorbereitet zu sein.
Bei anderen Onlineshops war es leider anders, sie waren trotz verstärkter IT
zeitweise nicht erreichbar. Dennoch konnten zum Beispiel die Webseiten von Digitec
und Galaxus bis Mittag vierzig Prozent mehr Zugriffe als am Black Friday vor einem
Jahr verzeichnen.
Viele Händler rechnen auch dieses Jahr mit neuen Verkaufsrekorden. Sie sind in
Hinsicht auf das letzte Jahr sehr zuversichtlich was die diesjährigen Umsätze betrifft,
denn manchen Unternehmen wie Coop war es möglich zum Teil bis zu 300% mehr
Umsatz als an einem vergleichbaren Tag zu machen. Dabei handelt es sich
tendenziell um zusätzliche Einkäufe, als um einen vorgezogenen Einkauf anstelle
eines anderen Tages.

Black Friday vs. Cyber Monday
Zu einer weiteren Tradition hat sich auch der Cyber Monday entwickelt, der nach
dem Wochenende, das auf den Black Friday folgt, vor allem im Internet stattfindet. In
einigen Fällen wird die Gelegenheit zu einer ganzen Cyber-Week genutzt, d.h. eine
ganze Woche rund um den Black Friday mit Sonderangeboten.
Im Lauf der Jahre hat sich der Black Friday auf mehr als 50 Länder ausgebreitet, den
Anfang machte in der Schweiz Manor. Seitdem folgen diesem Beispiel immer mehr
Anbieter und seit dem letzten Jahr ist der Black Friday aus der Schweiz nicht mehr
wegzudenken.
Die wirtschaftliche Bedeutung nimmt in den USA jedes Jahr zu, seit 2005 werden
hier die höchsten Umsätze im ganze Jahr erzielt, aus diesem Grund hat sich der
Black Friday in den USA auch zu einem wichtigen Indikator für das
Weihnachtsgeschäft entwickelt.
Die Entwicklung des Black Friday im deutschsprachigen Raum fand hauptsächlich
parallel zur steigenden Wichtigkeit des Onlinehandels statt. Hier sind auch, im
Gegensatz zu den USA, die meisten Rabatte zu finden. Seit 2013 bekommt der
Black Friday im deutschsprachigen Raum mehr Gewicht, 2006 war Apple das erste
Unternehmen, das mit Angeboten zum Black Friday warb. Dabei wurde jedoch nicht
der Name „Black Friday“ verwendet, sondern es wurde eher unspezifisch von einem
„eintägigen Shopping Event“ gesprochen. In den Jahren darauf wurde das Event
immer bekannter. 2013 bewarben bereits 500 Händler ihre Angebote zum Black
Friday und 2017 war schon ca. 90 Prozent aller Deutschen der Black Friday ein
Begriff und mehr als die Hälfte hatte die Absicht die Gelegenheit zu Sonderangeboten zu nutzen.

Black Friday in der Schweiz
In der Schweiz starteten ab 2007 die ersten Aktionen zum Black Friday in kleineren
Shops im Netz. Ab 2015 stösst mit Manor der erste Einzelhändler zum
Shoppingereignis hinzu. Da die Kaufhauskette an diesem einen Tag einen dreimal
höheren Umsatz machte als an einem normalen Freitag, schliessen sich im
Jahr darauf andere Läden mit Sonderangeboten an. Seitdem steigt die Nachfrage
stetig und die Onlinehändler müssen in Sachen Server und Erreichbarkeit ihrer
Webseiten gut vorsorgen. Im Jahr 2017 wurde an Black Friday und Cyber Monday in der Schweiz ein Umsatz von rund 120 Millionen Franken erreicht. Der Löwenanteil von 80 Millionen Franken wurde am Freitag umgesetzt und entspricht daher dem
Vierfachen eines normalen Tagesumsatzes im Internet in der Schweiz.
Im Gegensatz zu den USA entwickeln sich die Umsätze, die europäische Händler am
Black Friday erzielen, positiv. Zwischen 2014 und 2015 wurde ein Plus von mehr als
15 Prozent verzeichnet und die Entwicklung geht stetig weiter, die Umsätze an
diesem letzten Rabatt-Wochenende vor Weihnachten steigen. Für 2018 wird eine Umsatzsteigerung über 15% bis 30% erwartet.

Black Friday Bild
Black Friday in der Schweiz